DNS

Lektion 3 von 6

DNS-Records verstehen

Unterscheide wichtige Resource Records und wähle sie für typische Administrationsaufgaben aus.

Lernziele

Nach Abschluss dieser Lektion kannst du:

  • einen DNS Resource Record erklären
  • wichtige DNS-Record-Typen unterscheiden
  • A und AAAA erklären
  • CNAME und MX korrekt erklären
  • NS einordnen
  • PTR und Reverse-Lookup konzeptionell erklären
  • TXT konzeptionell erklären
  • SRV als Record zur Dienstsuche erkennen
  • für typische Szenarien einen passenden Record wählen
  • häufige CNAME-, MX- und PTR-Fehler vermeiden

Resource Records sind die DNS-Datensätze

DNS-Zonen enthalten Resource Records (RR). Vereinfacht besitzt ein Record einen Namen, einen Typ, einen Wert beziehungsweise Daten und eine TTL.

Name
www.example.test
Typ
A
Wert
192.168.10.20
TTL
Cache-Dauer

Die genaue Schreibweise einer Zonendatei folgt in einer späteren Lektion.

Wichtige Resource Records im Vergleich

A

Name → IPv4

www.example.test → 192.0.2.10

AAAA

Name → IPv6

www.example.test → 2001:db8::10

CNAME

Alias → kanonischer Name

www → web01.example.test

MX

Domain → Mailserver-Hostname

example.test → mail.example.test

NS

Zone → autoritativer Nameserver

example.test → ns1.example.test

PTR

Reverse-Namensraum → Name

192.0.2.25 → host.example.test

TXT

Name → Textdaten

Verifikation oder Richtlinieninformation

SRV

Dienst → Ziel und Port

Dienstsuche für Anwendungen

A und AAAA: Adressinformationen

A ordnet einen DNS-Namen einer IPv4-Adresse zu, zum Beispiel server01.example.test → 192.168.10.20. Ein Name kann mehrere A-Records besitzen.

AAAA ordnet einen Namen einer IPv6-Adresse zu. server01.example.test → 2001:db8::20 nutzt den reservierten IPv6-Dokumentationspräfix und ist kein behaupteter Produktivendpunkt.

CNAME: Alias auf einen anderen Namen

www.example.test CNAME web01.example.test macht www zum Alias des kanonischen DNS-Namens. Erst web01.example.test A 192.168.10.20 enthält die IPv4-Adresse.

CNAME enthält keine IP-Adresse und ist kein HTTP-Redirect. Ein Name mit CNAME sollte nach den DNS-Regeln im Allgemeinen keine anderen Datensätze daneben besitzen.

MX und NS: Mail und Autorität

MX legt Mail-Exchanger als Hostnamen fest: example.test MX 10 mail.example.test. Der Zielname benötigt wiederum Adress-Records. Niedrigere Preference-Zahlen bedeuten die höhere Präferenz.

NS identifiziert autoritative Nameserver einer Zone beziehungsweise Delegation, etwa example.test NS ns1.example.test. Das ist weder ein A-Record noch automatisch der rekursive DNS-Server, den ein Client als 192.168.x.x konfiguriert hat.

PTR: Reverse DNS

PTR ordnet im Reverse-DNS-Namensraum eine Adresse konzeptionell einem Namen zu: 192.0.2.25 → host.example.test. IPv4 verwendet dafür den besonderen Namensraum in-addr.arpa; der genaue Zonenaufbau folgt später.

Reverse DNS ist nicht automatisch die Umkehrung jedes A-Records. Forward- und Reverse-DNS werden separat konfiguriert.

TXT und SRV

TXT speichert Textdaten zu einem Namen, etwa für Domain-Verifikation, E-Mail-Richtlinien oder Dienstmetadaten. Solche Daten sind im jeweiligen DNS-Geltungsbereich abfragbar und kein sicherer Ablageort für Geheimnisse.

SRV beschreibt, wo ein Dienst erreichbar ist: Dienst, Protokoll, Zielhost und Port sowie Priority-/Weight-Konzepte. Das unterstützt etwa Dienstsuche bei Active Directory und anderen Anwendungen; den vollständigen Auswahlalgorithmus brauchst du hier noch nicht.

Zuordnung

Welcher Record passt?

Szenarien den DNS-Record-Typen zuordnen

Mehrere Records und TTL

www.example.test kann beispielsweise die A-Records 192.0.2.10 und 192.0.2.11 sowie den AAAA-Record 2001:db8::10 besitzen. DNS allein garantiert dadurch keine bestimmte Lastverteilung; Clients und Anwendungen können die Antworten unterschiedlich nutzen.

Records beziehungsweise RRsets tragen TTL-Werte für ihre Cache-Dauer. Es gibt keinen universell besten Zahlenwert, den du auswendig lernen musst.

Typische Fehlvorstellungen

Falsch: „CNAME enthält direkt eine IP-Adresse.
Korrektur: CNAME verweist auf einen anderen DNS-Namen; A beziehungsweise AAAA enthalten Adressinformationen.
Falsch: „MX zeigt direkt auf eine IP.
Korrektur: Das MX-Ziel ist ein Hostname, der seinerseits über Adress-Records aufgelöst wird.
Falsch: „PTR entsteht automatisch aus jedem A-Record.
Korrektur: Reverse DNS wird separat konfiguriert.
Falsch: „NS ist der DNS-Server, den ich auf meinem PC eintrage.
Korrektur: NS kennzeichnet autoritative Nameserver einer Zone; der Client nutzt gewöhnlich einen rekursiven Resolver.
Falsch: „TXT-Einträge sind geheim.
Korrektur: Exponierte DNS-Daten sind im jeweiligen Geltungsbereich abfragbar und nicht privat.

Record-Typen beobachten

nslookup -type=A example.com

Die Ausgabe hängt von Umgebung und aktuellen DNS-Daten ab.

nslookup -type=AAAA example.com

Die Ausgabe hängt von Umgebung und aktuellen DNS-Daten ab.

nslookup -type=MX example.com

Die Ausgabe hängt von Umgebung und aktuellen DNS-Daten ab.

nslookup -type=NS example.com

Die Ausgabe hängt von Umgebung und aktuellen DNS-Daten ab.

Für PTR kann nslookup <IP-Adresse> konzeptionell einen Reverse-Lookup zeigen. Unter Linux ist dig example.com A optional, aber nicht vorausgesetzt.

Kleine DNS-Planungsübung für firma.test

Gefordert sind Webserver 192.168.10.20, Mailserver 192.168.10.30 und DNS-Server 192.168.10.5. Eine konzeptionelle Lösung:

www.firma.test A
192.168.10.20
mail.firma.test A
192.168.10.30
firma.test MX
mail.firma.test
firma.test NS
dns.firma.test
dns.firma.test A
192.168.10.5

.test ist für Lehrbeispiele geeignet. .local wird hier bewusst nicht als allgemeines privates DNS-Suffix verwendet, weil es reale Multicast-DNS-Semantik besitzt.

Nächste Lektion

DNS-Zonen, autoritative Server und Delegation

In der nächsten, noch geplanten Lektion geht es darum, was eine DNS-Zone ist, warum Domain und Zone nicht immer identisch sind, wie autoritative Server und NS-Records zusammenspielen und wie Delegation sowie Primary-/Secondary-Autorität grundlegend funktionieren.

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