DNS
Lektion 1 von 6
Was ist DNS?
Verstehe DNS als verteiltes Namenssystem und unterscheide Namen, Adressen, Resolver und DHCP.
Lernziele
Nach Abschluss dieser Lektion kannst du:
- DNS als Domain Name System ausschreiben
- den grundlegenden Zweck von DNS erklären
- erklären, dass DNS Namen mit Informationen wie IP-Adressen verknüpft
- Namen von IPv4- und IPv6-Adressen unterscheiden
- DNS von DHCP unterscheiden
- DNS-Namen nicht als permanente Geräteidentität missverstehen
- mehrere Adressen für einen Namen und mehrere Namen für einen Dienst einordnen
- grundlegende DNS-Begriffe der Administration erkennen
Was ist DNS?
DNS bedeutet Domain Name System. Menschen und Administratoren verwenden Namen wie server01.firma.test oder www.example.test leichter als Zahlenfolgen. DNS ist ein verteiltes Namenssystem, das Namen mit unterschiedlichen Informationen verknüpfen kann.
Als Einsteiger-Zusammenfassung hilft „Name → IP-Adresse“. Vollständig ist sie nicht: DNS speichert viele Resource-Record-Typen, etwa für Mailserver, Nameserver oder Dienste.
Name
server01.example.testResolver
DNS-AuflösungAdressinformation
192.168.10.20Name und Adresse erfüllen andere Aufgaben
- DNS-Name
server01.example.test- IPv4-Adresse
192.168.10.20- IPv6-Adresse
2001:db8::20
Der Name ist ein menschlicher und administrativer Bezeichner im DNS-Namensraum. Für IP-Kommunikation wird eine IP-Adresse verwendet. Ein Record kann geändert werden: Der Name ist daher nicht dauerhaft an genau eine IP oder ein physisches Gerät gebunden.
Host-Label, Domain und FQDN
DNS-Namen bestehen aus durch Punkte getrennten, hierarchischen Labels. Bei pc01.schulung.example ist pc01 das Host-Label, schulung.example die Domain und der vollständige Name ein Fully Qualified Domain Name (FQDN). „Hostname“ wird in der Praxis je nach Kontext vereinfacht verwendet; wichtig ist, Label und vollständigen DNS-Namen unterscheiden zu können.
pc01Host-Label
schulunguntergeordnete Domain
exampleübergeordnete Domain
pc01.schulung.example. ist die absolute Schreibweise. Der abschließende Punkt steht für das unsichtbare Root-Label und wird im Alltag meist weggelassen.
DNS ist nicht DHCP
DHCP
Versorgt Clients mit Netzwerkkonfiguration, etwa Adresse, Maske, Gateway und der Adresse eines DNS-Resolvers.
DNS
Beantwortet Anfragen nach Namensinformationen. DHCP kann einem Client sagen: „Nutze DNS-Server 192.168.10.5.“ Erst DNS beantwortet anschließend die Namensanfrage.
Ein Heimrouter kann beide Funktionen anbieten. Die Protokolle und Aufgaben bleiben dennoch verschieden; DHCP löst Namen nicht selbst auf.
Was macht ein DNS-Server?
„DNS-Server“ kann verschiedene Rollen meinen. Ein Client fragt meist einen konfigurierten rekursiven Resolver. Dieser antwortet aus seinem Cache oder beschafft Informationen über die DNS-Hierarchie. Ein autoritatives DNS-System liefert maßgebliche Daten für seine Zone. Lektion 2 trennt diese Rollen genauer.
Ein Name, mehrere Adressen – und umgekehrt
service.example.test kann einen, mehrere A-Records für IPv4 sowie AAAA-Records für IPv6 besitzen. Wie ein Client die Antworten nutzt, hängt von Client und Anwendung ab; mehrere Adressen garantieren allein kein bestimmtes Lastverteilungsverhalten.
Umgekehrt können mehrere Namen durch eigene Adress-Records oder einen CNAME-Alias letztlich denselben Dienst oder dieselbe Adresse erreichen. Die Gleichung „ein Gerät = ein Name = eine IP“ ist keine allgemeine DNS-Regel.
Wissenscheck
DNS-Grundverständnis
Typische Fehlvorstellungen
- Falsch: „DNS ist einfach ein Telefonbuch Name → eine IP.“
- Korrektur: Die Analogie hilft, aber DNS ist verteilt, enthält viele Record-Typen und kann mehrere Antworten liefern.
- Falsch: „DNS und DHCP sind dasselbe.“
- Korrektur: DHCP liefert Netzwerkkonfiguration; DNS liefert Namensinformationen.
- Falsch: „Ein DNS-Name ist permanent mit einem Gerät verbunden.“
- Korrektur: Records können wechseln; Namen bezeichnen Namensraum- oder Dienstkonzepte und keine ewige Hardware-Identität.
- Falsch: „Wenn DNS kaputt ist, funktioniert das Netzwerk gar nicht mehr.“
- Korrektur: IP-Kommunikation kann per Adresse noch funktionieren, obwohl Namensauflösung ausfällt. Viele Anwendungen sind dennoch auf DNS angewiesen.
Beobachten statt konfigurieren
nslookup server01.example.testEine DNS-spezifische Anfrage unter Windows und in vielen anderen Umgebungen. Nutze im eigenen Lab einen vorhandenen Namen; die Übung benötigt für die App-Validierung kein Internet.
getent hosts server01.example.testUnter Linux nutzt getent die konfigurierte Namensauflösung. Optional sind host oder dig geeignet, falls bereits installiert.
Vergleiche konzeptionell ping <hostname> und ping <bekannte IP>. Ein fehlgeschlagener Ping beweist keinen DNS-Fehler: Firewallregeln oder deaktiviertes ICMP können ebenfalls die Ursache sein.
Nächste Lektion
So funktioniert eine DNS-Auflösung
Als Nächstes verfolgst du die Anfrage vom Client über Resolver und Cache bis zu Root-, TLD- und autoritativen Servern.
Dein Lernstand
Lektion in Bearbeitung
Das Öffnen startet die Lektion. Als erledigt zählt sie erst nach deiner ausdrücklichen Bestätigung.