Linux Grundlagen
Lektion 4 von 7
Dateien und Verzeichnisse verwalten
Erstelle, untersuche, kopiere, verschiebe und entferne Dateien und Verzeichnisse sicher.
Lernziele
Nach Abschluss dieser Lektion kannst du:
- Verzeichnisse und leere Dateien erstellen
- Textdateien sicher untersuchen
- Dateien und Verzeichnisse kopieren
- Dateien und Verzeichnisse verschieben oder umbenennen
- Dateien und Verzeichnisse bewusst löschen
- rekursive Operationen verstehen
- einfache Glob-Muster verwenden
- Dateityp und Metadaten untersuchen
- destruktive Befehle erkennen
- Pfade vor Löschen oder Überschreiben verifizieren
Verzeichnisse und Dateien anlegen
mkdir ~/linux-uebungErstellt das isolierte Übungsverzeichnis. mkdir test erstellt entsprechend ein einzelnes Verzeichnis am aktuellen Ort.
mkdir -p ~/linux-uebung/projekt/doku-p legt bei Bedarf fehlende Elternverzeichnisse mit an. Für ein vorhandenes Elternverzeichnis ist die Option nicht immer nötig.
touch ~/linux-uebung/notizen.txttouch erstellt eine leere Datei, falls sie noch nicht existiert. Sonst aktualisiert es Zeitstempel – es garantiert keine neue Datei.
Dateien enthalten Daten; Verzeichnisse organisieren Namen und Einträge. Befehle behandeln beide deshalb nicht immer gleich.
Inhalte, Typ und Metadaten untersuchen
cat file.txtGeeignet für kurze Textdateien; bei sehr großen Dateien wird die Ausgabe schnell unübersichtlich.
less file.txtInteraktive Ansicht, sofern verfügbar.
head file.txtZeigt standardmäßig den Anfang der Datei.
tail file.txtZeigt standardmäßig das Ende der Datei.
file example.txtSchätzt den Dateityp anhand des Inhalts und weiterer Merkmale; die Endung allein ist kein zuverlässiger Typnachweis.
stat example.txtZeigt Metadaten wie Größe, Modus und Zeitstempel.
Kopieren, verschieben und umbenennen
cp quelle.txt kopie.txtErstellt eine Kopie unter neuem Namen.
cp quelle.txt zielordner/Kopiert eine Datei in ein Verzeichnis.
cp -r quelle-dir ziel-dir-r verarbeitet einen Verzeichnisbaum rekursiv. Kopiere nicht unüberlegt Systemverzeichnisse.
mv alt.txt neu.txtBenennt einen Eintrag am selben Ort um.
mv datei.txt zielordner/mv dient sowohl zum Verschieben als auch zum Umbenennen. Ein vorhandenes Ziel kann abhängig von Pfad, Implementierung und Optionen überschrieben werden; mv fragt nicht zuverlässig immer nach.
Löschen: bewusst und kontrolliert
rm ~/linux-uebung/test.txtEntfernt diese Übungsdatei normalerweise direkt und nicht über den Desktop-Papierkorb.
rmdir ~/linux-uebung/leerer-ordnerEntfernt nur ein leeres Verzeichnis.
rm -r ~/linux-uebung/testordnerEntfernt den Übungs-Verzeichnisbaum rekursiv. Vorher pwd, Zielpfad und Inhalt prüfen; rekursiv bedeutet, dass enthaltene Einträge mitverarbeitet werden.
Auch ohne sudo ist rm -r nicht harmlos: Alle Einträge, für die der Benutzer ausreichende Rechte besitzt, können verloren gehen.
Einfache Glob-Muster
ls *.txt* passt auf null oder mehr Zeichen; hier listet die Shell passende Namen mit .txt.
ls ?.txt? passt auf genau ein Zeichen vor .txt.
Globbing wird gewöhnlich von der Shell vor dem Start des Befehls expandiert. Das Muster ist dann nicht Teil eines gespeicherten Dateinamens. Diese Expansion macht Kombinationen mit destruktiven Befehlen besonders mächtig; deshalb bleibt die Übung beim lesenden ls.
Übung
Dateioperationen zuordnen
Praxis im wegwerfbaren Verzeichnis
mkdir -p ~/linux-uebung/doku
cd ~/linux-uebung
touch notizen.txt
cp notizen.txt kopie.txt
mv kopie.txt doku/
ls -la
file notizen.txt
stat notizen.txtEine spätere Bereinigung ist optional: zuerst pwd ausführen, ausdrücklich /home/DEIN-NAME/linux-uebung im Ergebnis bestätigen und nur dann rm -r ~/linux-uebung verwenden. Keine anderen Pfade einsetzen.
Typische Denkfehler
- Falsch: „rm legt Dateien im Papierkorb ab.“
- Korrektur: rm entfernt Inhalte normalerweise ohne Desktop-Papierkorb.
- Falsch: „touch erstellt immer garantiert eine neue Datei.“
- Korrektur: Bei vorhandenen Dateien aktualisiert touch Zeitstempel.
- Falsch: „mv kann nur Dateien verschieben, nicht umbenennen.“
- Korrektur: mv kann verschieben und umbenennen.
- Falsch: „Die Dateiendung bestimmt zuverlässig den Dateityp.“
- Korrektur: file untersucht den Typ heuristisch; Name und Inhalt können voneinander abweichen.
- Falsch: „* ist Teil des Dateinamens.“
- Korrektur: Oft expandiert die Shell das Glob-Muster vor dem Befehlsstart.
- Falsch: „rm -r ist harmlos, solange kein sudo davor steht.“
- Korrektur: Eigene oder anderweitig beschreibbare Daten können trotzdem rekursiv verloren gehen.
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