Linux Grundlagen

Lektion 2 von 7

Terminal und grundlegende Befehle

Orientiere dich sicher in einer Kommandozeilensitzung und nutze grundlegende Befehle.

Lernziele

Nach Abschluss dieser Lektion kannst du:

  • Befehl, Option und Argument unterscheiden
  • pwd, ls, cd und whoami sicher verwenden
  • Befehlshilfe untersuchen
  • das aktuelle Arbeitsverzeichnis erklären
  • einen Shell-Prompt konzeptionell lesen
  • stdout und stderr grundlegend unterscheiden
  • Exit-Status konzeptionell einordnen
  • History und Tab-Vervollständigung konzeptionell nutzen
  • privilegierte oder destruktive Befehle nicht blind kopieren

Aufbau eines Befehls

ls -la /etc

ls ist der Befehl, -la sind hier Optionen und /etc ist ein Pfadargument.

Kurze Optionen verwenden häufig -a, lange Optionen häufig --all. Die genaue Syntax hängt vom Befehl ab; nicht jedes Werkzeug folgt denselben Konventionen.

Prompt und Arbeitsverzeichnis

Ein Prompt wie nols@linux:~$ kann Benutzer, Host, aktuelles Verzeichnis und Promptzeichen zeigen. Sein Aussehen ist konfigurierbar. $ und # sind verbreitete Konventionen, aber kein unfehlbarer Sicherheitsnachweis.

pwd

„Print Working Directory“: gibt etwa /home/azubi als aktuelles Arbeitsverzeichnis aus.

Beispiel einer sicheren Terminalsitzung
$ pwd
/home/azubi

$ ls
Dokumente  Downloads  Projekte

$ cd Projekte

$ pwd
/home/azubi/Projekte

$ ist hier der Prompt, danach folgt der Befehl; die nächsten Zeilen sind Ausgaben. Das Aussehen des Prompts ist konfigurierbar.

Auflisten, wechseln, Benutzer prüfen

ls

Listet den normalen Verzeichnisinhalt.

ls -l

Erzeugt eine lange Auflistung; Berechtigungsdetails folgen in Lektion 5.

ls -a

Nimmt auch Namen mit führendem Punkt einschließlich versteckter Einträge auf.

ls -la

Kombiniert lange Darstellung und versteckte Einträge.

cd /etc

Wechselt zu einem absoluten Ziel.

cd ..

Wechselt ins Elternverzeichnis.

cd ~

Wechselt in üblichen Shells durch Tilde-Expansion ins Home-Verzeichnis.

cd

Kehrt in typischen Shells ebenfalls ins Home-Verzeichnis zurück.

cd -

Wechselt in verbreiteten Shells wie bash zum vorherigen Verzeichnis.

whoami

Zeigt den effektiven Benutzernamen: als welcher Benutzer Befehle aktuell laufen.

Hilfe, History und Vervollständigung

ls --help

Viele Befehle bieten so Kurzreferenz; das Verhalten ist nicht universell.

man ls

Öffnet die Handbuchseite, sofern sie installiert ist. Shell-Built-ins können eigene Hilfefunktionen haben.

Tab-Vervollständigung kann abhängig von Shell und Konfiguration Tippfehler bei Befehlen und Pfaden reduzieren. Eine History erlaubt die Wiederverwendung früherer Befehle; die Pfeil-nach-oben-Taste ist dafür verbreitet, aber nicht universell. Vor unbekannten Optionen zuerst Dokumentation lesen.

Ausgabe und Exit-Status

stdout

Normale Ausgabe eines Befehls.

stderr

Fehler- oder Diagnoseausgabe. Beide können im Terminal ähnlich erscheinen.

Befehle liefern einen Exit-Status: 0 steht konventionell für Erfolg, ein anderer Wert für eine vom jeweiligen Befehl definierte Fehler- oder Alternativbedingung. In üblichen POSIX-artigen Shells zeigt echo $? den Status des vorherigen Befehls. Ein stiller Befehl kann trotzdem erfolgreich sein.

Übung

Befehle zuordnen

Ordne jedem Eintrag die passende Bedeutung zu.

Sichere Befehlsgewohnheiten

Typische Fehlvorstellungen

Falsch: „Jeder Linux-Befehl braucht sudo.
Korrektur: Normale Navigation und viele Untersuchungen benötigen keine erhöhten Rechte.
Falsch: „ls zeigt automatisch auch alle versteckten Dateien.
Korrektur: Dafür ist üblicherweise die Option -a erforderlich.
Falsch: „cd verändert Dateien.
Korrektur: cd ändert nur das Arbeitsverzeichnis der aktuellen Shell.
Falsch: „Keine Ausgabe bedeutet Fehlschlag.
Korrektur: Manche erfolgreichen Befehle bleiben still; der Exit-Status liefert zusätzliche Information.
Falsch: „Internetbefehle kann man gefahrlos kopieren.
Korrektur: Quelle, Wirkung, Optionen, Arbeitsverzeichnis und benötigte Rechte müssen geprüft werden.

Praxis: sicher orientieren

  1. Benutzer mit whoami bestimmen.
  2. Arbeitsverzeichnis mit pwd bestimmen.
  3. Inhalt mit ls auflisten.
  4. Versteckte Einträge mit ls -a einbeziehen.
  5. Mit cd in ein bekanntes vorhandenes Verzeichnis wechseln.
  6. Mit cd ~ oder cd nach Hause zurückkehren.
  7. Mit ls --help oder man ls Hilfe ansehen.

Dein Lernstand

Lektion in Bearbeitung

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