Webserver Grundlagen
Lektion 1 von 6
Was ist ein Webserver?
Unterscheide HTTP-Client, Serverhost, Webserver-Software und bereitgestellte Inhalte.
Lernziele
Nach Abschluss dieser Lektion kannst du:
- den Zweck eines Webservers erklären
- Browser beziehungsweise Client und Webserver unterscheiden
- Serverhost und Webserver-Software unterscheiden
- das Client-Server-Kommunikationsmodell erklären
- DNS-Auflösung mit anschließender IP-Kommunikation verbinden
- TCP-Ports als Dienstendpunkte konzeptionell erklären
- HTTP-Port 80 und HTTPS-Port 443 erkennen
- statische und dynamische Webinhalte konzeptionell unterscheiden
- Webserver und DNS unterscheiden
Was ist ein Webserver?
Ein Webserver ist Software, die HTTP-Anfragen empfängt und HTTP-Antworten sendet. Beispiele sind Apache HTTP Server, nginx und Microsoft IIS. Das ist keine Produktbewertung: Alle illustrieren dieselbe grundlegende Rolle.
Serverhost
Physische oder virtuelle Maschine, auf der Dienste laufen.
Webserver-Software
Nimmt HTTP-Requests an und liefert HTTP-Responses.
Inhalt / Webanwendung
HTML, CSS, Bilder, JavaScript oder durch eine Anwendung erzeugte Daten.
Ein Host kann neben dem Webserver weitere Dienste ausführen. Deshalb sind weder der Host noch die Software einfach „die Webseite“.
Browser und Server sprechen miteinander
Der Browser ist bei dieser HTTP-Interaktion der Client. Er fordert beispielsweise http://web01.firma.test/ an; der Webserver unter 192.168.10.20 antwortet.
Browser → Request → Webserver
Der Client fragt eine Ressource an.
Webserver → Response → Browser
Der Server liefert ein Ergebnis zurück.
Auch Kommandozeilenwerkzeuge wie curl, Anwendungen und API-Clients können HTTP-Clients sein. Browser sind nur das bekannteste Beispiel.
DNS findet die Adresse – HTTP holt den Inhalt
Falls die Adresse nicht bereits bekannt oder gecached ist, kann DNS web01.firma.test zu 192.168.10.20 auflösen. Anschließend kommuniziert der Client mit dieser IP-Adresse.
DNS löst den Namen auf. DNS liefert nicht die Webseite. Erst HTTP regelt Webanfrage und Webantwort. Ebenso vergibt HTTP keine IP-Adressen; dafür kennst du beispielsweise DHCP oder manuelle Konfiguration.
Der Benutzer startet die Anfrage. Eine DNS-Abfrage ist nur nötig, falls die Adresse nicht bereits bekannt oder gecached ist.
- Schritt 1: Browser / HTTP-Client
- Schritt 2: DNS-Name auflösen (falls nicht bekannt/gecached)
- Schritt 3: IP-Adresse 192.168.10.20
- Schritt 4: Webserver
- Schritt 5: HTTP-Antwort
HTTP, Transport und Ports
HTTP-Anwendungsdaten werden über Netzwerkverbindungen transportiert. Für den Anfängerblick gilt: HTTP → Transport → IP. HTTP/1.1 und HTTP/2 verwenden typischerweise TCP. HTTP/3 verwendet QUIC über UDP; dessen Details sind hier nicht erforderlich.
- HTTP
- häufig TCP 80
- HTTPS (HTTP/1.1/2)
- häufig TCP 443
- HTTP/3
- QUIC/UDP, häufig 443
Eine IP-Adresse identifiziert ein Ziel im IP-Netz; ein Transport-Port identifiziert dort einen Dienstendpunkt. Port 443 ist daher nicht „immer TCP“.
Statische und dynamische Inhalte
Statisch
Eine vorhandene HTML-, CSS-, Bild- oder JavaScript-Ressource wird ausgeliefert, ohne ihren Inhalt pro Anfrage zu erzeugen. Sie kann durch Administration oder Deployment sehr wohl geändert werden.
Dynamisch
Eine Webanwendung erzeugt die Antwort etwa aus Request, Anwendungslogik, Datenbankdaten, angemeldetem Benutzer oder aktuellen Informationen.
Ein Webserver kann statische Dateien direkt liefern und/oder Requests an eine Anwendungslaufzeit weiterreichen. In realen Systemen können Webserver, Reverse Proxy und Application Server getrennt oder integriert sein. Webserver bedeutet daher nicht automatisch „gesamte Anwendungslogik“.
Wissenscheck
Webserver verstehen
Typische Fehlvorstellungen
- Falsch: „DNS lädt die Webseite.“
- Korrektur: DNS löst Namen auf; HTTP überträgt Webanfrage und Webantwort.
- Falsch: „Der Server ist einfach die Webseite.“
- Korrektur: Host, Webserver-Software und Inhalt beziehungsweise Anwendung sind verschiedene Konzepte.
- Falsch: „HTTP vergibt IP-Adressen.“
- Korrektur: IP-Konfiguration gehört zu Mechanismen wie DHCP oder manueller Konfiguration.
- Falsch: „Statische Webseite bedeutet, dass die Datei niemals verändert wird.“
- Korrektur: Statisch beschreibt die Erzeugung bei der Anfrage, nicht die Dauerhaftigkeit.
- Falsch: „HTTP nutzt immer TCP.“
- Korrektur: HTTP/1.1 und HTTP/2 nutzen typischerweise TCP; HTTP/3 nutzt QUIC über UDP.
Beobachten statt installieren
Gib in einer lokalen Übungsumgebung http://server.firma.test/ in die Browser-Adresszeile ein. Falls curl bereits vorhanden ist, ist curl http://server.firma.test/ eine optionale Alternative: curl handelt dabei als HTTP-Client. Internetzugang ist nicht erforderlich.
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