Webserver Grundlagen

Lektion 6 von 6

Praxis: Webserver mit Filius

Konfiguriere und teste ein einfaches Webserver-Szenario in Filius.

Lernziele

Nach Abschluss dieser Lektion kannst du:

  • ein einfaches Filius-Webservernetz planen und umsetzen
  • statische IPv4-, DNS- und Webserverrollen korrekt zuordnen
  • HTTP per IP und Name systematisch testen
  • DNS- und Webdienstfehler kontrolliert eingrenzen
  • HTTP-Verkehr beobachten, soweit Filius ihn darstellt
  • den zusätzlichen Schutz von HTTPS auf ein reales Umfeld übertragen
  • Tests und Änderungen nachvollziehbar dokumentieren

Sicherer Laborumfang

Das Lab nutzt in Filius zuverlässig vermittelbare Grundkonzepte: Client, Server, Switch, statisches IPv4, DNS- und Webserver-Anwendung, Browser und HTTP. Die konkrete Filius-Version kann Oberflächen und Beobachtungsdetails unterschiedlich zeigen. HTTPS/TLS wird nicht vorausgesetzt; der praktische Teil bleibt HTTP, TLS ist der konzeptionelle Transfer für reale Umgebungen.

Netzplan

Netz
192.168.50.0/24
Maske
255.255.255.0
Gateway (falls benötigt)
192.168.50.1
DNS-Server
192.168.50.10
Webserver
192.168.50.20
Client
192.168.50.100
DNS-Name
web.firma.test
A-Record
web.firma.test → 192.168.50.20

192.168.50.0 ist die Netzadresse, 192.168.50.255 der Broadcast. Gewöhnliche Hosts liegen von .1 bis .254; alle vergebenen Adressen sind gültig und konfliktfrei.

Topologie und Rollen

Client
192.168.50.100
Switch
DNS .10
Web .20

DNS-Server und Webserver sind getrennte Rollen und Adressen. Der Switch verbindet das lokale Netz. Ein Gateway ist in diesem einzelnen Subnetz nicht für direkte Client-Server-Kommunikation nötig, kann aber als Planwert eingetragen werden.

Arbeitsphasen

  1. 1. Adressen und Namen planen
  2. 2. Topologie aus Client, Servern und Switch bauen
  3. 3. statische Infrastrukturadressen konfigurieren
  4. 4. DNS-Dienst und A-Record konfigurieren
  5. 5. Webserver-Anwendung einrichten
  6. 6. einfache Webseite erstellen
  7. 7. Client-DNS 192.168.50.10 konfigurieren
  8. 8. IP-Erreichbarkeit testen
  9. 9. DNS-Auflösung testen
  10. 10. Website per Name öffnen
  11. 11. HTTP-Verkehr beobachten, falls dargestellt
  12. 12. kontrollierten Webfehler einführen
  13. 13. systematisch diagnostizieren
  14. 14. Ergebnisse dokumentieren

Webinhalt und Testziel

Erstelle eine einfache Seite mit der Überschrift „Azubi Lab Webserver-Test“ und dem Text „Der Webserver funktioniert.“ Der Empfang dieser Seite zeigt im Lab, dass der Webservice-/Anwendungspfad für diesen Request funktioniert.

In einer sinnvollen Reihenfolge testen

  1. Kann der Client die Webserver-IP erreichen?
  2. Löst DNS web.firma.test korrekt zu 192.168.50.20 auf?
  3. Ist der HTTP-Dienst, soweit Filius dies ermöglicht, per IP zugänglich?
  4. Öffnet http://web.firma.test/ die Seite?
  5. Liefert der angefragte Pfad den erwarteten Inhalt?

Ein fehlgeschlagener ICMP-/Ping-Test beweist nicht universell einen Webfehler. Nutze die in deiner Filius-Version unterstützten Tests und sammle mehrere Belege.

HTTP beobachten

Falls Filius die Verkehrsbeobachtung unterstützt, suche nur nach tatsächlich sichtbaren Informationen: DNS-Anfrage und -Antwort beim Namensaufruf, HTTP-Request, HTTP-Response, angefragter Pfad und – falls dargestellt – Status oder Inhalt. Nicht jede Version zeigt dieselben Felder.

Drei kontrollierte Fehler

1. Falscher DNS-A-Record

Ändere web.firma.test von 192.168.50.20 auf die unbenutzte 192.168.50.30. DNS kann erfolgreich antworten, obwohl die Daten für den beabsichtigten Webserver falsch sind. Stelle danach .20 wieder her.

2. Webdienst nicht verfügbar

Falls deine Filius-Version den Webserverdienst zuverlässig stoppen/deaktivieren kann, stoppe ihn. DNS löst weiter korrekt auf, aber HTTP scheitert. Andernfalls verwende bewusst eine falsche Webserver-/Pfadkonfiguration und dokumentiere genau, was geändert wurde.

3. Ressource fehlt

Fordere eine nicht vorhandene Seite an. Wenn Filius einen Status zeigt, erwarte konzeptionell eine 404-artige Reaktion; andernfalls dokumentiere nur: „Die angeforderte Ressource ist nicht vorhanden.“ Erfinde keinen angezeigten Code.

Transfer: Was würde HTTPS ergänzen?

Das Filius-Lab nutzt plain HTTP. In einer realen Umgebung würde HTTPS durch TLS Vertraulichkeit, Integrität und typische Serverauthentifizierung per Zertifikatsprüfung ergänzen. Nur Port 80 auf 443 zu ändern erzeugt noch kein HTTPS; TLS-Unterstützung und eine korrekte Zertifikatskonfiguration wären erforderlich.

Wissenscheck

Fehler systematisch eingrenzen

web.firma.test soll auf 192.168.50.20 zeigen, öffnet sich per Name aber nicht. Welche Reihenfolge ist am sinnvollsten?

Dokumentationsvorlage

Gerät
____________________
IPv4
____________________
Maske
____________________
Gateway
____________________
DNS-Server
____________________
DNS-Name
____________________
Dienst
____________________
Port
____________________
angeforderte URL
____________________
Testergebnis
____________________
beobachteter Fehler
____________________
Korrektur
____________________

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