DHCP
Lektion 4 von 6
DHCP über mehrere Subnetze und Relay
Verstehe, wie DHCP-Anfragen geroutete Netzgrenzen mithilfe eines Relays überwinden.
Lernziele
Nach Abschluss dieser Lektion kannst du:
- erklären, warum DHCP an gerouteten Subnetzgrenzen besondere Behandlung benötigt
- Zweck und Ablauf eines DHCP-Relays erklären
- Client, Router, Relay und DHCP-Server unterscheiden
- die Auswahl eines passenden Pools nachvollziehen
- giaddr als möglichen Hinweis auf das Ursprungsnetz einordnen
- Fehler bei Relay-Platzierung und -Konfiguration erkennen
Lokaler Broadcast trifft geroutete Grenze
Ein neuer Client in 192.168.20.0/24 besitzt noch keine normal nutzbare IPv4-Konfiguration. Sein DHCP Discover ist zunächst lokal orientiert. Ein Router leitet diesen Broadcast normalerweise nicht nach 192.168.10.0/24 weiter. Der Server 192.168.10.10 empfängt ihn daher nicht allein deshalb, weil Routing existiert.
Präzise: Die gewöhnliche Broadcast-Suche durchquert eine geroutete Grenze nicht ohne einen Mechanismus wie DHCP Relay – nicht „DHCP kann keine Router überwinden“.
Client
192.168.20.xUrsprungsnetz
192.168.20.0/24Router / Relay
192.168.20.1kennt Serverziel
DHCP-Server
192.168.10.10Pool
192.168.20.100–200Gezieltes Relay
- Client sendet lokales Discover.
- Das Relay am clientseitigen Layer-3-Interface nimmt es entgegen.
- Es leitet die Information gezielt an den bekannten Server.
- Der Server wählt die Konfiguration und antwortet über das Relay.
- Das Relay liefert sie in Richtung Client.
Das Relay kennt Clientinterface und Serverziel, vergibt aber selbst keine Lease. Ein Router kann Unicast routen, ohne automatisch DHCP zu relayn. Relay bedeutet auch nicht, alle Broadcasts weiterzuleiten.
Ursprungsnetz, giaddr und Pool
Beim traditionellen Relay-Verhalten kann das Relay giaddr (Gateway IP Address) etwa mit 192.168.20.1 füllen. Der Server kann diesen Hinweis auf das Ursprungsnetz zur Scope-Auswahl nutzen. Moderne Systeme können weitere Informationen verwenden; hier geht es nicht um Feld-Memorisierung.
Pool A
192.168.10.100–200für
192.168.10.0/24Pool B
192.168.20.100–200für
192.168.20.0/24Für den Remote-Client muss Pool B gewählt werden, nicht eine 192.168.10.x-Adresse. Produkte konfigurieren Scopes unterschiedlich; die Zuordnung zum Ursprungsnetz bleibt entscheidend.
Wissenscheck
Relay-Design auswählen
Typische Fehlvorstellungen
- Falsch: „DHCP funktioniert grundsätzlich nicht über Router.“
- Korrektur: Zentraler DHCP kann Remote-Subnetze über Relay bedienen.
- Falsch: „Router leiten DHCP-Broadcasts automatisch weiter.“
- Korrektur: Relay muss vorhanden und passend konfiguriert sein.
- Falsch: „Der Relay ist der DHCP-Server.“
- Korrektur: Relay transportiert; der Server vergibt.
- Falsch: „NAT ersetzt DHCP Relay.“
- Korrektur: Beide erfüllen verschiedene Aufgaben.
- Falsch: „Alle entfernten Subnetze bekommen denselben Pool.“
- Korrektur: Jedes Clientnetz braucht passende Adressierung.
Planungsaufgabe
Clients A: 192.168.10.0/24, Clients B: 192.168.20.0/24, Server: 192.168.100.10. Notiere, an welchen clientseitigen Layer-3-Interfaces Relay nötig ist, welche zwei Pools benötigt werden und warum der Server das Ursprungsnetz kennen muss. Router-CLI ist nicht erforderlich.
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