Linux Grundlagen

Lektion 7 von 7

Praxis: Linux-System untersuchen

Untersuche und dokumentiere einen Linux-Systemzustand mit sicheren Diagnosebefehlen.

Lernziele

Nach Abschluss dieser Lektion kannst du:

  • Distribution, Kernel und Hostname bestimmen
  • Benutzer, UID und Gruppen erfassen
  • Arbeitsverzeichnis und Dateisystemhierarchie untersuchen
  • ausgewählte Dateirechte lesen
  • Dateisystembelegung und Speicherzustand einordnen
  • Prozesse untersuchen
  • Dienststatus systemabhängig lesen
  • Paketökosystem erkennen
  • IP-Adressen und Routing beobachten
  • DNS-Konfiguration systemabhängig einordnen
  • lauschende TCP-Sockets sicher auflisten
  • Befunde evidenzbasiert dokumentieren

Auftrag: unbekannten Rechner inventarisieren

Du bekommst einen unbekannten Linux-Rechner zur Bestandsaufnahme. Du darfst nichts verändern. Ermittle Distribution, Kernel, Hostname, Benutzer, IP-Adresse, Standardroute, Speicherbelegung, Arbeitsspeicher, laufende Prozesse und – soweit erkennbar – den Dienstmanager.

Zehn Untersuchungsphasen

  1. 1. System identifizieren

    uname -a · cat /etc/os-release · hostname (oder hostnamectl, falls vorhanden)
  2. 2. Benutzerkontext

    whoami · id · groups
  3. 3. Dateisystem

    pwd · ls -la · ls -ld / /home /etc /var /usr
  4. 4. Berechtigungen

    Typ, Owner, Group und rwx einer ausgewählten Datei lesen
  5. 5. Speicher

    df -h · free -h
  6. 6. Prozesse

    ps aux · optional top
  7. 7. Dienste

    systemctl --type=service --state=running, falls systemd vorhanden
  8. 8. Pakete

    passendes read-only Werkzeug der erkannten Distribution
  9. 9. Netzwerk und DNS

    ip addr · ip route · optional ss -ltn · Resolverzustand lesen
  10. 10. Dokumentation

    Beobachtung, Bedeutung, mögliche Auffälligkeit und nächsten Check notieren

System und Benutzerkontext

uname -a

Kernel- und Systeminformationen; nicht gleichbedeutend mit dem Distributionsnamen.

cat /etc/os-release

Übliche Distributionsmetadaten.

hostname

Liest den Hostnamen. hostnamectl kann auf passenden Systemen zusätzliche Angaben zeigen.

whoami · id · groups

Liest Benutzername, UID, GID und Gruppen. Keine Benutzer werden verändert.

Dokumentiere: Welche Distribution? Welcher Kernel? Welcher Hostname? Welche UID, primäre und zusätzliche Gruppen?

Dateisystem, Storage und Memory

pwd · ls -la

Liest aktuellen Ort und Einträge.

ls -ld / /home /etc /var /usr

Untersucht die Verzeichniseinträge selbst und ihre Rechte.

df -h

Zeigt Kapazität und Belegung eingebundener Dateisysteme, nicht die Größe einzelner Verzeichnisse.

du -sh ~/linux-uebung

Optional nur für das eigene sichere Übungsverzeichnis; nicht den ganzen Wurzelbaum scannen.

free -h

Zeigt Speicherstatistiken, einschließlich Cache-/Buffer-Konzepten. „used“ bedeutet nicht einfach „dauerhaft unverfügbar“.

ps aux

Zeigt unter anderem Benutzer, PID, Ressourcenindikatoren und Befehl. Nichts beenden.

Dienste und Pakete

systemctl --type=service --state=running

Listet laufende Dienste auf systemd-Systemen read-only. Auf einem Nicht-systemd-System unterscheidet sich dieser Schritt.

Für einen bekannten vorhandenen Dienst ist systemctl status <dienst> geeignet. Vermeide die Annahme, dass ein bestimmter Dienst überall existiert. Erkenne danach aus /etc/os-release, ob APT/dpkg, DNF/RPM, pacman oder ein anderes Paketökosystem plausibel ist, und nutze nur die in Lektion 6 gezeigten lesenden Abfragen.

Netzwerk und DNS

ip addr

Zeigt Schnittstellen, Zustände und IP-Adressinformationen; DHCP ist nur ein möglicher Ursprung dieser Konfiguration.

ip route

Zeigt Routingtabelle und gegebenenfalls eine Default-Route/Gateway.

ss -ltn

Listet lauschende TCP-Sockets numerisch. Ein Listening-Socket beweist noch keine korrekte Anwendung.

cat /etc/resolv.conf

Liest Resolverangaben. Die Datei kann generiert sein oder auf einen lokalen Resolvermechanismus verweisen.

resolvectl status kann auf passenden systemd-resolved-Systemen weitere Resolverdetails zeigen; nicht jede Installation nutzt diese Architektur. Es werden weder Adressen, Routen noch DNS-Einstellungen verändert.

Befunde dokumentieren

KategorieBefehlBeobachtungBedeutungMögliche AuffälligkeitNächster Check
Systemuname -a
Netzwerkip route

Nutze dieselben Spalten für System, User, Filesystem, Storage, Memory, Prozesse, Dienste, Pakete, Netzwerk und DNS. Die Vorlage wird nicht gespeichert.

Übung

Read-only-Bestandsaufnahme

Ordne jedem Eintrag die passende Bedeutung zu.

Abschlusscheck

  • Jede Aussage ist durch eine Beobachtung belegt.
  • df und du werden nicht verwechselt.
  • Prozess, Dienst, Socket und Anwendungserfolg bleiben getrennte Konzepte.
  • IP-Adresse, Default-Route und Resolverbeobachtung werden separat dokumentiert.
  • Keine Änderung wurde ohne Bedarf und Autorisierung vorgenommen.

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