Linux Grundlagen

Lektion 6 von 7

Prozesse, Dienste und Paketverwaltung

Untersuche Prozesse und verstehe Dienste, Repositories und Paketverwaltung konzeptionell.

Lernziele

Nach Abschluss dieser Lektion kannst du:

  • Prozess und PID erklären
  • Prozesse sicher untersuchen
  • Eltern-/Kindprozesse konzeptionell verstehen
  • Prozess und Dienst unterscheiden
  • systemd-Dienstzustand untersuchen, wo anwendbar
  • start, stop, restart und enable unterscheiden
  • Paketmanager und Repositories erklären
  • Metadatenaktualisierung und Paketupgrade unterscheiden
  • distributionsspezifische Werkzeuge erkennen
  • installierte Pakete sicher untersuchen
  • Prozesse oder Produktionssysteme nicht blind verändern

Prozesse und Signale

Ein Prozess ist eine laufende Instanz eines Programms oder Workloads. Seine PID ist die Prozesskennung. Prozesse können Eltern-/Kindbeziehungen haben.

ps

Zeigt typischerweise Prozesse der aktuellen Sitzung.

ps aux

Verbreitete Kombination unterschiedlicher ps-Syntaxstile für eine breite Momentaufnahme.

ps -ef

Alternative verbreitete vollständige Auflistung, einschließlich PPID-Spalte.

top

Interaktive Prozessansicht, sofern vorhanden; htop ist nicht erforderlich.

Prozesse können Signale erhalten. kill PID sendet auf üblichen Linux-Systemen standardmäßig SIGTERM und bedeutet nicht automatisch sofortiges hartes Beenden. SIGKILL beziehungsweise kill -9 ist nur ein letzter Ausweg, nicht der erste Schritt. In dieser Lektion wird kein realer Prozess beendet.

Prozess, Dienst und systemd

Ein Dienst ist eine nach System-/Dienstkonventionen verwaltete, oft länger laufende Hintergrundfunktion und kann einen oder mehrere Prozesse umfassen. Prozess und Dienst sind keine Synonyme.

systemctl status <dienst>

Nur lesende Statusprüfung auf einem systemd-System. Viele moderne Distributionen nutzen systemd, aber nicht jedes Linux.

systemctl start <dienst> # Konzept

Startet für die aktuelle Laufzeit.

systemctl stop <dienst> # Konzept

Stoppt für die aktuelle Laufzeit.

systemctl restart <dienst> # Konzept

Stoppt und startet neu; kann Unterbrechungen auslösen.

systemctl enable <dienst> # Konzept

Konfiguriert Autostart gemäß Unit-Installation/Targets; bedeutet nicht einfach „jetzt starten“.

disable nimmt diese Autostart-Konfiguration zurück. Alle verändernden Varianten sind hier nur konzeptionell und keine Übung.

journalctl -u <dienst>

Untersucht das systemd-Journal für eine Unit, soweit systemd/journald, Berechtigungen und Konfiguration es zulassen. journalctl --help ist eine sichere Hilfeansicht.

Pakete, Repositories und Werkzeuge

Pakete bündeln verwaltete Software und Metadaten. Repositories liefern Paketmetadaten und -inhalte. Der Paketmanager kann je nach Werkzeug suchen, installieren, aktualisieren, entfernen und Abhängigkeiten behandeln.

RepositoryPaketmanagerPaketinstallierte Dateien/Software

Debian/Ubuntu

APT + dpkg

apt list --installed
apt show <paket>
dpkg -l

Fedora/RHEL

DNF + RPM

dnf list installed
dnf info <paket>
rpm -qa

Arch

pacman

pacman -Q
pacman -Qi <paket>

Die Familien sind nicht austauschbar. Zufällige Installationsskripte aus dem Internet sind nicht gleichwertig mit verwalteter Paketinstallation.

Systemänderungen nur konzeptionell

apt install, dnf install und pacman -S verändern das System und können erhöhte Rechte verlangen. Sie sind keine Pflichtübung. apt update aktualisiert Paketindizes beziehungsweise Metadaten; erst ein getrenntes Upgrade verändert installierte Pakete. Auf Produktionssystemen werden Änderungen geplant, autorisiert und geprüft.

Dienstbeziehung

DienstmanagerDienstProzess(e)

Übung

Administration einordnen

Ordne jedem Eintrag die passende Bedeutung zu.

Typische Denkfehler

Falsch: „Prozess und Dienst sind dasselbe.
Korrektur: Ein Dienst kann einen oder mehrere Prozesse umfassen.
Falsch: „kill bedeutet immer sofortiges hartes Beenden.
Korrektur: kill sendet standardmäßig üblicherweise SIGTERM.
Falsch: „kill -9 ist die normale erste Lösung.
Korrektur: SIGKILL ist ein letzter Ausweg.
Falsch: „systemctl enable startet einen Dienst einfach nur sofort.
Korrektur: enable konfiguriert den Autostart; Start ist eine getrennte Laufzeitaktion.
Falsch: „Jedes Linux verwendet systemd.
Korrektur: Andere Init-/Dienstsysteme existieren.
Falsch: „apt update aktualisiert automatisch alle installierten Programme.
Korrektur: Es aktualisiert Paketindizes, nicht automatisch alle installierten Pakete.
Falsch: „Alle Distributionen verwenden apt.
Korrektur: DNF/RPM und pacman sind Beispiele anderer Ökosysteme.

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