Subnetting

Lektion 6 von 6

Praxis: Subnetting mit Filius

Setze eine einfache Subnetzstruktur in Filius um und untersuche die Kommunikation.

Lernziele

Nach Abschluss dieser Lektion kannst du:

  • einen Subnetzplan in Gerätekonfigurationen übertragen
  • gültige Hostadressen vergeben und Netz- sowie Broadcast-Adressen vermeiden
  • Subnetzzugehörigkeit und die Notwendigkeit von Routing erklären
  • eine einfache Layer-3-Verbindung in Filius konfigurieren
  • Kommunikation systematisch testen und typische Konfigurationsfehler erkennen
  • Beobachtungen mit berechneten Netzbereichen vergleichen und den Adressplan dokumentieren

Praxisauftrag

Zwei Firmennetze aus einem /24 planen

Die fiktive Firma Nordwerk erhält den Block 192.168.10.0/24. Zwei getrennte Netze sollen jeweils bis zu 50 gewöhnliche Hosts aufnehmen. Dafür verwendest du zwei /26-Subnetze. Der verbleibende Teil des ursprünglichen /24 bleibt in dieser Lehrübung bewusst ungenutzt; dies ist kein optimierter Produktionsentwurf.

Phase 1

Planung

Rechne zuerst auf Papier: Präfix, Maske, Blockgröße, Netzadresse, Broadcast und gewöhnlicher Hostbereich beider Netze. Prüfe danach deine Lösung.

Planungslösung anzeigen

Subnetz A

Netz
192.168.10.0/26
Gewöhnliche Hosts
192.168.10.1–192.168.10.62
Broadcast
192.168.10.63

Subnetz B

Netz
192.168.10.64/26
Gewöhnliche Hosts
192.168.10.65–192.168.10.126
Broadcast
192.168.10.127

Für beide gilt: Maske 255.255.255.192, 6 Hostbits, Blockgröße 64, 64 Gesamtadressen und traditionell 62 gewöhnliche Hostadressen.

Der verbindliche Adressplan

GerätZweckIPv4 / PräfixNetzGateway
PC-A1Client in Subnetz A192.168.10.10/26192.168.10.0/26192.168.10.1
PC-A2Client in Subnetz A192.168.10.20/26192.168.10.0/26192.168.10.1
RouterSchnittstelle A192.168.10.1/26192.168.10.0/26
RouterSchnittstelle B192.168.10.65/26192.168.10.64/26
PC-B1Client in Subnetz B192.168.10.70/26192.168.10.64/26192.168.10.65
PC-B2Client in Subnetz B192.168.10.80/26192.168.10.64/26192.168.10.65

Auf allen Schnittstellen wird die punktierte Maske 255.255.255.192 eingetragen. Keine Adresse ist doppelt vergeben.

Phase 2

Topologie aufbauen

Lege in Filius zwei lokale Segmente an. Verbinde PC-A1 und PC-A2 mit Switch A, PC-B1 und PC-B2 mit Switch B. Ein Vermittlungsrechner besitzt je eine Verbindung zu beiden Switches.

Subnetz A

PC-A1 · PC-A2 · Switch A

Vermittlungsrechner

Subnetz B

PC-B1 · PC-B2 · Switch B

Die Switches bilden die lokalen Layer-2-Segmente; der Vermittlungsrechner verbindet beide IP-Netze auf Layer 3. Bezeichnungen oder Dialogpositionen können je nach Filius-Version leicht abweichen.

Phase 3

Subnetz A konfigurieren

  1. PC-A1: 192.168.10.10, Maske 255.255.255.192
  2. PC-A2: 192.168.10.20, dieselbe Maske
  3. Lasse das Gateway zunächst leer und teste PC-A1 ↔ PC-A2.

Erwartung: Der lokale Test soll funktionieren: Beide Adressen liegen im Bereich 192.168.10.1–192.168.10.62 des Netzes 192.168.10.0/26.

Phase 4

Subnetz B konfigurieren

  1. PC-B1: 192.168.10.70, Maske 255.255.255.192
  2. PC-B2: 192.168.10.80, dieselbe Maske
  3. Lasse das Gateway zunächst leer und teste PC-B1 ↔ PC-B2.

Erwartung: Auch dieser lokale Test soll funktionieren: Beide liegen im Hostbereich von 192.168.10.64/26.

Konfigurationscheck

Welche Konfiguration ist für PC-B1 gültig?

Prüfe IP-Adresse, Maske und lokal erreichbares Gateway, bevor du die Werte in Filius einträgst.

Eine Konfiguration für PC-B1 auswählen

Phase 5

Vor dem Routing testen

Sende einen Ping von PC-A1 an PC-B1, bevor ein funktionierender Layer-3-Pfad samt Gateways eingerichtet ist. Eine erfolgreiche Kommunikation ist in diesem Zustand nicht zu erwarten.

PC-A1 vergleicht Zieladresse und Maske und erkennt PC-B1 als nicht lokal. Für dieses Ziel benötigt der Host einen passenden Layer-3-Next-Hop, üblicherweise sein Standardgateway. Ethernet „versteht“ dabei nicht selbst die IP-Subnetze.

Phase 6

Routing hinzufügen

  1. Router-Schnittstelle A: 192.168.10.1 mit 255.255.255.192
  2. Router-Schnittstelle B: 192.168.10.65 mit 255.255.255.192
  3. Gateway auf PC-A1 und PC-A2: 192.168.10.1
  4. Gateway auf PC-B1 und PC-B2: 192.168.10.65

Der Vermittlungsrechner ist mit je einer Schnittstelle direkt an beide Netze angeschlossen. Für diese zwei direkt verbundenen Netze ist kein dynamisches Routingprotokoll nötig. Das jeweilige Gateway liegt im lokalen Client-Subnetz und ist deshalb direkt erreichbar.

Phase 7

Kommunikation verifizieren

Teste in dieser Reihenfolge: lokales Hostpaar → lokales Gateway → entferntes Subnetz.

  • A1 → A2: lokal erfolgreich
  • A1 → Router A: erfolgreich
  • B1 → B2: lokal erfolgreich
  • B1 → Router B: erfolgreich
  • A1 → B1: über Router erfolgreich
  • A2 → B2: über Router erfolgreich

Falls deine Filius-Version den Datenaustausch sichtbar macht, beobachte je einen lokalen und einen netzübergreifenden Test. Beim zweiten durchläuft der IP-Verkehr das Layer-3-Gerät. Dokumentiere nur, was du tatsächlich beobachtest.

Phase 8

Troubleshooting-Challenge

Fehler 1: inkonsistente Maske

PC-B2 · 192.168.10.80 · 255.255.255.0 · Gateway 192.168.10.65

Die /24-Maske widerspricht dem /26-Plan. PC-B2 kann dadurch Ziele fälschlich als lokal interpretieren. Die konkreten Symptome hängen von der Umgebung ab. Korrekt ist 255.255.255.192.

Fehler 2: entferntes Gateway

PC-A2 · Gateway 192.168.10.65

Dieses Gateway liegt in Subnetz B und damit außerhalb des lokalen 192.168.10.0/26. Ein Standardgateway muss lokal erreichbar sein. Korrekt ist 192.168.10.1.

Ungültige Hostadressen

Darf PC-A1 192.168.10.0/26 oder 192.168.10.63/26 nutzen?

Nein. 192.168.10.0 bezeichnet das Netz, 192.168.10.63 dessen Broadcast. Beide sind im konventionellen /26 nicht als gewöhnliche Hostadresse vorgesehen.

Phase 9

Dokumentation und Abschluss

Halte den geprüften Zustand professionell fest. Eine mögliche Vorlage:

GerätSchnittstelle/ZweckIPv4-AdressePräfix/MaskeNetzGatewayVerbindungNotizen
PC-A1Client A192.168.10.10/26 · 255.255.255.192192.168.10.0/26192.168.10.1lokal/remote: …

Abschlusscheckliste

  • Subnetzberechnungen geprüft
  • keine Netz-/Broadcast-Adresse als Host
  • alle Masken entsprechen /26
  • Gateway liegt im lokalen Subnetz
  • lokale Kommunikation getestet
  • Gateway-Erreichbarkeit getestet
  • subnetzübergreifend getestet
  • Fehler dokumentiert
  • finalen Adressplan dokumentiert

Diese Checkliste und die Übung werden nicht gespeichert und verändern keinen Lernfortschritt.

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