Subnetting

Lektion 5 von 6

Subnetze planen und prüfen

Teile Adressblöcke nach Anforderungen auf und überprüfe die berechneten Bereiche.

Lernziele

Nach Abschluss dieser Lektion kannst du:

  • einen passenden Präfix für eine einfache Hostanforderung wählen
  • erforderliche Hosts von Gesamtadressen unterscheiden
  • gleich große, nicht überlappende Bereiche planen
  • Überlappungen und ungültige Grenzen erkennen
  • Subnetzberechnungen systematisch prüfen und dokumentieren

Von der Anforderung zum Präfix

Wähle für eine klar definierte Anforderung den kleinsten praktischen Block, der noch genügend gewöhnliche Hostadressen enthält. Gesamtadressen und Hostadressen sind nicht dasselbe.

50 Hosts
/26

64 gesamt · 62 gewöhnliche Hosts; /27 mit 30 ist zu klein.

20 Hosts
/27

32 gesamt · 30 gewöhnliche Hosts; /28 mit 14 ist zu klein.

10 Hosts
/28

16 gesamt · 14 gewöhnliche Hosts.

Planungsübung

Mindestens 45 gewöhnliche Hostadressen

Wähle aus /25, /26, /27 und /28 den kleinsten angebotenen Adressblock, der die genannte Anforderung erfüllt.

Alle Werte auswählen

Vier gleich große Netze planen

Aus 192.168.10.0/24 werden vier getrennte Netze benötigt. Mit /26 entstehen vier gleich große Blöcke zu je 64 Adressen. Sie grenzen unmittelbar aneinander, überlappen nicht und decken den ursprünglichen /24-Block vollständig ab.

Ein einfacher dokumentierter /26-Subnetzplan
  1. Büro Nord192.168.10.0/26
    Netz
    192.168.10.0
    Maske
    255.255.255.192
    Hostbereich
    192.168.10.1–192.168.10.62
    Broadcast
    192.168.10.63
    Zweck
    Arbeitsplätze
  2. Büro Süd192.168.10.64/26
    Netz
    192.168.10.64
    Maske
    255.255.255.192
    Hostbereich
    192.168.10.65–192.168.10.126
    Broadcast
    192.168.10.127
    Zweck
    Arbeitsplätze
  3. Server192.168.10.128/26
    Netz
    192.168.10.128
    Maske
    255.255.255.192
    Hostbereich
    192.168.10.129–192.168.10.190
    Broadcast
    192.168.10.191
    Zweck
    Interne Dienste
  4. Gäste192.168.10.192/26
    Netz
    192.168.10.192
    Maske
    255.255.255.192
    Hostbereich
    192.168.10.193–192.168.10.254
    Broadcast
    192.168.10.255
    Zweck
    Gastgeräte

Alle Einträge verwenden die Maske 255.255.255.192. Unterschiedliche Anforderungen können konzeptionell andere Präfixe nahelegen; eine optimierte gemischte Zuteilung (VLSM) ist bewusst noch nicht Thema.

Überlappungen erkennen

Überlappt

192.168.10.0/26 · 0–63192.168.10.32/27 · 32–63

Der gesamte /27-Bereich liegt innerhalb des /26-Bereichs. Beide dürfen im selben Adressplan nicht als unabhängige, nicht überlappende Zuteilungsblöcke gelten.

Überlappt nicht

192.168.10.0/26 · 0–63192.168.10.64/26 · 64–127

Der zweite Bereich beginnt unmittelbar nach dem Broadcast des ersten.

Planungscheckliste

  1. Wie viele Netze werden benötigt?
  2. Wie viele Hosts sind erforderlich?
  3. Welcher Adressblock ist verfügbar?
  4. Welcher Präfix passt?
  5. Wie groß ist der Block?
  6. Wo liegen die Netzgrenzen?
  7. Wie lauten Netz, Broadcast und Hostbereiche?
  8. Überlappen geplante Bereiche?
  9. Gibt es sinnvolle Wachstumsreserve?
  10. Ist das Ergebnis dokumentiert?

Eine /26-Rechnung selbst prüfen

  • Maske: 255.255.255.192
  • Blockgröße: 64
  • Starts sind Vielfache von 64: 0, 64, 128, 192
  • Jeder Bereich enthält genau 64 Adressen.
  • Das nächste Netz folgt direkt nach dem vorherigen Broadcast.
  • Kein Bereich überschneidet einen anderen.

Häufige Planungsfehler

  • /27 für 50 Hosts wählen: 30 gewöhnliche Hostadressen reichen nicht.
  • Netz- und Broadcast-Reservierung in konventionellen Subnetzen vergessen.
  • Starts verwenden, die keine gültigen Blockgrenzen sind.
  • Bereiche überlappen lassen oder Lücken nicht erklären.
  • Aus Gewohnheit jedes Netz als /24 planen.
  • Den kleinsten Block ohne Wachstumsreserve wählen.
  • „Größer“ oder „kleiner“ pauschal als besser behandeln.

Nächste Lektion

Praxis: Subnetting mit Filius

Dort setzt du berechnete Pläne um: mehrere IP-Subnetze konfigurieren, Kommunikation im selben Subnetz prüfen, fehlende Kommunikation zwischen Subnetzen ohne Routing beobachten, geeignetes Routing ergänzen und Verkehr untersuchen. Der vollständige Laboraufbau bleibt der eigenen Praxislektion vorbehalten.

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